Fotoverrückt

April 13, 2022 Von Andrea Downey-Lauenburg

Vermutlich haben wir alle genug vom Herumgammeln, denn kaum haben wir die Vorräte aufgefüllt und die letzten Formalitäten erledigt (danke, Ken), geht es weiter. Und zwar mit allgemeiner Zustimmung. Was nach so vielen Wochen auf See durchaus nicht üblich ist. Unser nächstes Ziel, Jarvis Island, ist wohl weniger der Grund für die Aufbruchsstimmung, zumal es auch nur etwas mehr als eine Tagesreise entfernt ist. Ich weiß noch nicht einmal, ob wir dort an Land gehen werden, was wohl in erster Linie vom Wetter und unserer Risikobereitschaft abhängig ist. Wobei – mit Betero haben wir ja sogar einen lokalen Seemann an Bord, der uns versichert hat, dass Landgänge kein Problem sein würden. Mazikeen und mich freut das natürlich: Wir sind beide fotoverrückt. Maze allerdings nur hinter der Kamera, während ich gerne auch davor agiere. Vielleicht machen wir ein paar Nacktfotos bei einem der zerstörten Guano-Mining Gebäude, falls wir eines finden.

Mit Kamera
Ohne Kamera

Vermutlich wird die Sache ansonsten ziemlich trostlos werden. Es gibt kein Wasser auf der Insel und von daher auch keinen Baumbewuchs, nur Gestrüpp. Vögel gibt es wohl jede Menge und auch die Überreste der wirtschaftlichen Ausbeutung im 19. Jahrhundert durch die USA. Und richtig: Wir sind dann damit wieder für eine kurze Weile in den Staaten. Mitten im Pazifik und kaum 40 Kilometer unterhalb des Äquators.

Die Nacht ist (noch) fast sternenklar, doch das sollte sich in ein oder zwei Stunden ändern. Ein paar Regentropfen sind angekündigt, bei 27 Grad eine nette Erfrischung. Morgen, wenn wir die Insel erreichen, steigt das Quecksilber dann wieder auf über 30 Grad im Schatten. (Ob ich raus auf die Insel wandern werde, steht wirklich noch in den Sternen.) Apropos Sterne: Wir haben einen zunehmenden Mond, Waxing Gibbous heißt die Phase. Nur noch ein paar Tage bis Vollmond.

Wir machen übrigens recht gut Fahrt: Wir haben fast jeden Fetzen Tuch gesetzt, das wir finden konnten, und nähern uns unserem Ziel mit strammen 6 Knoten und das bei nur 10 Knoten echtem Wind. Nicht schlecht für die alte Ketsch.

Das nur mal für diejenigen, die es interessiert.